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DER KREUZGANG

KREUZGANG

Der Kreuzgang stammt aus dem 16. Jahrhundert, aber es ist möglich, dass die alten, romanischen oder gotischen Bögen durch die heutigen ersetzt worden sind. Die Arkaden des Portikus werden von sechs glatten Säulen auf einem kegelstumpfförmigen Sockel getragen, der von einem runden, abgeflachten Torus überragt wird. Zwei Kapitelle, die an den Ecken, tragen das Wappen eines Löwen hinter Gittern, der von einer Bischofsmitra überragt wird.

Die Renovierung dieses Teils des Komplexes wurde von dem bereits erwähnten Marco Barbo in Auftrag gegeben, der Bischof von Treviso und von 1454 bis 1490 Kommendatarabt von Rosazzo war. An den Wänden des Portikus, in den Lünetten, wurden die Wappen der Kommendatar- Äbte, die im Laufe der Jahrhunderte aufeinander folgten, mit Fresken versehen. Die ältesten Wappen stammen aus dem Jahr 1768 und die jüngsten aus dem Jahr 1928. Nach dem Tod von Erzbischof Giuseppe Nogara von Udine und Markgraf von Rosazzo (1955) wurden die ältesten Wappen neu bemalt. Im Säulengang befindet sich eine kleine Skulptur, die das Wappen des Bischofs von Giberti darstellt und aus der ersten Hälfte des 16.Jh. stammt.

Von großer Bedeutung sind die Pfostenfenster, die dank der Restaurierungsarbeiten nach dem Erdbeben von 1976 ans Licht kamen. Eines der Fenster, das vom Kreuzgang aus sichtbar ist, enthält Fresken der Heiligen Scholastika und Katharina von Alexandrien und ist ein deutlicher Hinweis auf die Benediktiner- Welt. Ihr Ursprung könnte daher auf das 12. bis 13. Jahrhundert zurückgehen.

Der Kreuzgang führt zum Kapitelsaal, in dem verschiedene Kapitelle mit unterschiedlichen Wappen geschnitzt wurden. In der Mitte trägt eine monolithische Säule aus grauem Granit ein vierseitiges Kapitell mit ebenso vielen verschiedenen Wappen, die auf das 15. Jh. zurückreichen und sich auf die Kommende von Marco Barbo beziehen. An der linken Wand befindet sich ein Flachrelief mit einem Kreuz aus venezianischer Fertigung, das höchstwahrscheinlich ebenfalls auf die Kommende des Barbo zurückgeht. Darüber befindet sich ein weiteres Wappen mit einer Rose in der Mitte und zwei Schlüsseln auf beiden Seiten, das zum Logo der Stiftung Abtei von Rosazzo geworden ist.

Aus der gleichen Zeit und Schule stammen der Sockel mit einem Frauenkopf, der von Stirnbändern umgeben zu sein scheint, die sich an den Seiten fortsetzen; der an die Wand angelehnte polygonale Sockel stützt eine Rippe, worauf ein in sich selbst zusammengerollter Hirsch mit verzweigtem Geweih dargestellt ist. Zu guter Letzt ist noch ein polygonaler Kragstein mit Wappen ersichtlich, das einen aufgerichteten, mit einem Strich durchquerten Löwen zeigt, nämlich das Wappen des venezianischen Barbo.